Musik an der Martin-Luther-Kirche

Einführung

Aussenansicht der Martin-Luther-KircheDie Martin-Luther-Kirche Dresden ist eine der wenigen Kirchen in Dresden, die die Bombenangriffe im Zuge des zweiten Weltkrieges unbeschadet überstanden haben. Nicht zuletzt durch ihre Größe und ihre zentrale Lage in der Dresdner Neustadt spielt sie eine wichtige Rolle im kirchlichen und kulturellen Leben der Stadt.

Die Martin-Luther-Kirche wurde 1883-1887 erbaut. Sie hat eine Länge von 54 m, eine Breite von 27 m und bietet über 1.300 Sitzplätze. Obwohl im romanischen Baustil – mit durchgehender Verwendung des Rundbogens – errichtet, wirkt der Bau in Formen und Proportionen eher gotisch. Ihr 81 m hoher Turm ragt über die Dächer der Dresdner Neustadt hinaus und setzt einen städtebaulichen Akzent im denkmalgeschützten Viertel. An schönen Tagen bietet sich vom Turmumgang über den Glocken ein wunderbares Panorama über die ganze Stadt bis hin zum Elbsandsteingebirge.

Innenansicht Die Musik an der Martin-Luther-Kirche ist so alt wie das Gebäude selbst. 1887 wurde von Kantor Albert Römhild eine Kantorei aus Berufssängern und ein Freiwilliger Kirchenchor für Oratorien gegründet.

Die oratorische Tradition hat sich an der Martin-Luther-Kirche durchgängig erhalten. Sie war und ist ein Ort, an dem die bekannten chorsinfonischen Werke großer Komponisten (Bach, Haydn, Mozart, Mendelssohn, Brahms) aufgeführt werden. Immer wieder werden aber auch neue oder ausgefallene Werke (etwa von Suppé, Reißiger, Bertram, Naumann, E. T. A. Hoffmann, A. Honegger) zu Gehör gebracht.

So wurde hier 1901 zum ersten Mal Mozarts „Große Messe in c-moll“ in der Fassung von Alois Schmitt musiziert und 1902 fand hier die deutsche Erstaufführung des Requiems von Antonin Dvorák statt.

An der Kirche wirkten die Kantoren Richard Fricke (1919-1946), Erich Schneider (1946-1964) und Karl Frotscher (1964-1991). Nach einer Vakanzzeit, in der Peter Kopp die oratorische Musik leitete, ist seit 1994 Markus Leidenberger Kantor der Martin-Luther-Kirche. Seit 1995 ist er auch als Kirchenmusikdirektor (seit 2004 Landeskirchenmusikdirektor) für den Kirchenbezirk Dresden Nord zuständig. (Möglichkeiten der Mitwirkung: siehe Chöre, aktuelles Programm: siehe Konzerte)

Orgel in der Martin-Luther-Kirche Die große Orgel der Martin-Luther-Kirche stammt mit allen ihren Bauabschnitten aus des Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich. Sie birgt in sich noch einen denkmalgeschützten Bestand aus der ersten Orgel von 1887. Ursprünglich mit 33 klingenden Stimmen auf 2 Manualen und Pedal erbaut, erwies sie sich bald als für den großen Kirchenraum zu klein. 1902 wurde ein 3. Manual als Schwellwerk mit pneumatischer Kegellade erstellt. 1937 wurd ein Umbau vorgenommen und die Registerzahl auf 50 erweitert. Außerdem wird der Prospekt verändert, der Spieltisch freistehend und fahrbar gestaltet und das gesamte Instrument mit elekrischer Traktur und Registratur versehen. Noch einmal wurde 1972 eine Erweiterung vorgenommen, bei der 7 Zungenstimmen eingebaut wurden. Jetzt ist die Orgel in einem sehr vernachlässigten Zustand, der nach der Innenrenovierung der Kirche behoben werden kann. Da dennoch fast alles noch funktionsfähig ist, kann man die Orgel in Gottesdiensten und Sommerkonzerten hören. Für ihre Generalrestaurierung wird regelmäßig gesammelt.